Dahlbrügge

 

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Bauernhaus von 1769

Wann die erste Besiedlung von Dahlbrügge erfolgte, ist nicht bekannt und kann auch aus archäologischen Funden nicht festgestellt werden. Dahlbrügge gehörte von Anfang an zur Bauerschaft (Büerskop) Holtebüttel und kann daher auch in früherer Zeit bei der Nennung von Holtebüttel in alten Urkunden mit einbezogen gewesen sein.

Vermutlich war am Anfang der Besiedelung von Dahlbrügge nur ein einziger Hof vorhanden. Man schließt dieses aus der Lage der Felder, Wiesen und Holzungen, die bei der späteren Inbesitznahme gleichmäßig auf die beiden nachfolgenden Höfe aufgeteilt wurden.

Der Name der Ortschaft Dahlbrügge wird in alten Urkunden in mehreren Varianten angegeben: Dalbrügge (1548), Daelbrügge (1600), Dalbrüge (1647). Er besteht aber immer aus zwei Wortteilen: „Dahl-„ bedeutet Tal oder auch nur das Eigenschaftswort „tief", „-brügge" kommt von „Brücke", kann aber auch von dem plattdeutschen „Bröken" abgeleitet sein, was auf ein Bruch, also auf eine Sumpflandschaft, hinweist.

Nach mündlicher Überlieferung wurde das alte Dorf im Laufe der Zeit an einen neuen Ort umgesiedelt. Es stand zuvor auf dem heutigen Dahlbrügger Felde östlich des heutigen Dorfes an dem alten Weg, der auch durch die anderen Ortschaften der ehemaligen Gemeinde Holtebüttel führt. Alte Flurnamen sprechen für diese Überlieferung. In anderen Quellen wird vermutet, dass die Dahlbrügger Siedlung wegen der großen Wolfsplage von ihrer ehemaligen Lage westlich des Overings zur heutigen Ortslage verlegt worden ist. Von diesem Bericht kann nur belegt werden, dass früher tatsächlich, z. B. in Folge des 30jährigen Krieges, große Wolfsrudel aus den dichten Waldungen im Umfeld von Rotenburg bis in die Verdener Gegend gezogen sind, so dass dagegen extra Wolfsjagden abgehalten werden mussten.

Nach uraltem Brauch - so hieß es schon zu Anfang des 16. Jahrhunderts - hatten die Bauern von Walle, Dahlbrügge und Schülingen in den herrschaftlichen Forsten Overing und Steinberg, die damals wie einsame Inseln in einem großen Heide- und Buschgebiet lagen, bestimmte Gerechtsame, die im Jahre 1538 in einem Rezess  niedergelegt worden waren. Aber schon bald darauf hinderte der bischöfliche Amtmann Curt van Hove, der auf dem Stiftshof in Verden seinen Sitz hatte, die drei Dorfschaften an der Wahrnehmung ihrer alten verbrieften Rechte. Erst der beliebte Bischof Eberhard von Holle, der in Verden 1568 die Reformation einführte, bestätigte den Bauern auf ihr Bittgesuch die alten Gerechtsame und ließ am 2. Mai 1567 unter Mitwirkung des Domkapitels einen neuen Rezess ausfertigen.

Mehrere Jahrhunderte prägten nur zwei Bauernhöfe das dörfliche Erscheinungsbild, bis vor etwa 100 Jahren nach dem Bau der Eisenbahnlinie von Hannover nach Bremen und der damit verbundenen Einrichtung eines Bahnhofs in Langwedel eine rege Siedlungstätigkeit begann, die sich bis in die heutige Zeit fortsetzt.